Vom Charme des Gedruckten

Bei allem Spaß, den man an einer Internetseite haben kann, sowohl als Betrachter, als Auftraggeber wie auch als Gestalter, möchte ich doch mal eine Lanze brechen. Für den immer wieder totgesagten, aber trotzdem quicklebendigen Print-Bereich. Der kann nämlich Sachen, die das Netz nicht kann. Okay, Print ist langsamer, nicht immer verfügbar und manchmal auch teurer – aber er kann etwas ausdrücken, was dem Internet oft nicht gelingt: Wertschätzung. Wertschätzung für die eigene Arbeit, aber auch für den Empfänger der Botschaft. Denn wenn der im wahrtsen Sinne erfassen kann, daß er es nicht einmal mehr mit etwas lieblos Zusammengerotzten zu tun hat, sondern etwas liebevoll Gestalteten, dann hat das Gedruckte nach wie vor eine große Berechtigung. Das Besondere muß auch nicht immer mit großem Aufwand verbunden sein, wie ich an folgenden Beispielen zeigen möchte:

Eine Farbe und eine Oberfläche

Viel mehr braucht es nämlich nicht, um eine schöne Wirkung zu erzielen. Im Fall der Ayurveda-Praxis „Mohini“ waren dies ein edles Papier mit angenehm-schmeichelnder Oberfläche. Gedruckt wurde nur einfarbig in einem Metallic-Ton. Beides zusammen entwickelt „in echt“ eine Wirkung, die sich „in virtuell“ nicht entfalten kann. Und so kann mit einfachsten Mitteln ein eigenständiger, effektvoller Auftritt entstehen, wenn – wie in diesem Fall – die Kundin dafür offen ist.
Und daß eine solche Gestaltung auch auf eine Internetseite übertragbar ist, zeigt der Auftritt ayurveda-mohini.de

Der Lack ist dran!

Druckveredelung ist ne feine Sache – und gerät in Zeiten der Onlinepauschalbilligallesgleichmachdruckereien zunehmend in Vergessenheit. Dabei kann es so schön sein, wenn die Falz mal anders ist als gewohnt, das Format ebenfalls – und alles zusammen dann auch noch mit einer edlen Oberfläche versehen und partiell im Siebdruck lackiert wird. Der Lack glitzert dann im Licht und auch ohne Licht können die lackierten Stellen gefühlt werden, da sie im wahrsten Sinne erhaben sind über der restlichen Oberfläche. Gerade angemessen also, all der Glamour für das sechzigjährige Jubiläum der AIIC, dem internationalen Berufsverband der Dolmetscher.