Die Schönheit von Open Source

Klar: Alle Grafiker arbeiten mit Apple-Computern und Adobe-Software. Habe ich auch ca. 15 Jahre lang so gemacht und war zufrieden. Das änderte sich für mich aber vor ca. drei Jahren: Denn zunehmend angenervt von der Geschäftspolitik der beiden Platzhirsche im grafischen Gewerbe, habe ich mich Linux und freier Software zugewandt. Daß sich damit durchaus auch hochwertige Gestaltung realisieren läßt, möchte ich nun mal aussprechen.

Alle Dinge meiner täglichen Arbeit, die mit Fotografie und Web-Entwicklung zu tun haben, lassen sich ohne Abstriche gegenüber der kommerziellen Konkurrenz realisieren. (Für Interessierte: Ich nutze derzeit Linux Mint als Betriebssystem, Darktable, Gimp und Krita für die Fotografie und Bluefish als Texteditor.)

Schwieriger sah es bislang im Bereich Print aus. Zwar gibt es mit Inkscape ein leistungsfähiges Vektorgrafikprogramm – das aber eher auf das SVG-Format als auf drucktaugliche Grafiken setzt. Diese Lücke schließt allerdings die Layout-Software Scribus, mit der SVG-Grafiken in saubere PDF-Dateien fürt die Druckvorstufe eingebunden werden können. Und auch sonst hat das Programm in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht, die mich mehr und mehr damit arbeiten lassen.

So zum Beispiel auch für den Förderverein Bismarckturm Altenkirchen, für dessen „Historisches Quartier“ ich kürzlich das Erscheinungsbild entwickelt habe. Das Logo zeigt die Fläche des Städtchens zu verschiedenen Epochen, soweit dies anhand alter Karten rekonstruiert werden konnte. Hierauf basierend, gestaltete ich Vorlagen für Plakate und Handzettel, Beschriftungen sowie auch die Geschäftspapiere, allesamt mit Scribus und freien Schriften realisiert. Und wenn schon alles so frei ist, kann der Verein fortan die Vorlagen selbst pflegen und aktualisieren. Gerade für Institutionen mit kleinen Budgets ergeben sich so neue Möglichkeiten, Teile der Außendarstellung kostengünstig selbst zu erstellen, ohne dabei auf gute Gestaltung verzichten zu müssen.

Kurzum: Ich habe auch immer noch einen Mac und auch immer noch Indesign & Co im Einsatz. Und sicher sind das gute Produkte. Es lohnt sich aber durchaus, auch mal links und rechts der Standards zu gucken. Dort gibt es viel lohnenswertes zu entdecken – übrigens auch an kommerziellen Alternativen.

Entstehungsjahr: 2016
Corporate Design, Logo, Geschäftsausstattung
Diverse Vorlagen für Plakate, Flyer, Handzettel etc.
auf Basis der offenen Layout-Software „Scribus“ mit der der Verein seine Ausstellungen künftig selbst bewerben kann.